Gegen diese Krankheiten sollte man geimpft sein

Mit Impfungen schützt man in erster Linie sich selbst vor ansteckenden Krankheiten. Gleichzeitig erreicht eine Impfung aber noch viel mehr - jede Impfung begünstigt nämlich den sogenannten Herdenschutz. Darunter versteht man, dass in einer Gesellschaft, in der der größte Teil der Mitglieder gegen eine Krankheit geimpft ist, diese Krankheit insgesamt seltener wird und im Idealfall schließlich ganz verschwindet. Dieser Herdenschutz ist vor allem für Menschen mit schwächerem Immunsystem wichtig und für Säuglinge, die noch zu klein sind, um selbst gegen bestimmte Krankheiten geimpft zu werden. Man schützt also mit einer Impfung nicht nur sich selbst, sondern auch seine Mitmenschen.

Empfohlen sind in Deutschland Impfungen gegen Diphterie, Masern, Mumps, Röteln, Tetanus (Wundstarrkrampf), Keuchhusten (Pertussis), Kinderlähmung (Polio), eitrige Hirnhautentzündung (Haemophilus influenzae) und Hepatitis B (Leberentzündung). Für Personen, die im medizinischen Bereich arbeiten, ist darüber hinaus noch die Impfung gegen Hepatitis A empfohlen; bei älteren Menschen weitet sich die Impfempfehlung auf Grippe und Pneumokokken aus. Einige Arbeitgeber bieten auch Grippeimpfungen für die Mitarbeiter an. Hier lohnt es sich, sich zu informieren.

Die ersten Impfungen erhält man in aller Regel als Baby ab der neunten Woche. Hier wird beispielsweise gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Polio geimpft. Empfohlen ist außerdem eine Impfung gegen Rotaviren, im Gegensatz zu den anderen Impfungen wird hier eine Schluckimpfung vorgenommen. Vor dieser Impfung sind die Kleinsten wiederum sehr auf den Herdenschutz angewiesen, vor allem, da die Krankheiten, gegen die sie bis dahin noch nicht geimpft werden konnten, gefährliche Folgen haben können. Bei Babys kann ein Keuchhusten, den Kinder und Erwachsen in aller Regel gut überstehen, sogar tödlich verlaufen.

Im Teenageralter können sich Mädchen mittlerweile auch gegen HPV impfen lassen, also gegen humane Papillomviren. Diese Viren sind maßgeblich für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Bis zu welchem Alter die Krankenkassen hierfür die Kosten übernehmen ist unterschiedlich, in aller Regel aber mindestens bis zum 18. Lebensjahr.

Erfreulich wäre es natürlich, wenn es mit einer einzigen Impfung getan wäre. In einigen Fällen ist das tatsächlich so, andere Impfungen, wie zum Beispiel gegen Tetanus, muss man in regelmäßigen Abständen auffrischen lassen. Grippeimpfungen muss man sogar jedes Jahr wiederholen, da sich die Viren verändern. Deswegen wollte man den Impfpass im Auge behalten, um keine unliebsamen Überraschungen zu erleben.

Ganz wichtig sind die Auffrischungen von Impfungen spätestens bei einem Kinderwunsch. Frauen sollten dann vor allem überprüfen, ob sie gegen Röteln geimpft sind. Diese können in der Schwangerschaft zur Gefahr für das ungeborene Kind werden.

Zusätzliche Impfungen sind zum Beispiel dann erforderlich, wenn man ein exotisches Urlaubsland bereist, in dem Tropenkrankheiten vorkommen. Hier reicht der Impfschutz für unsere Breiten nicht aus. Welche Impfungen erforderlich sind, darüber berät der Hausarzt.

Nebenwirkungen von Impfungen treten zwar in seltenen Fällen auf, selbst wenn es dazu kommt, ist jede Impfung dennoch sicherer, als Kinder ungeimpft zu lassen. Da das Für und Wider von Impfungen immer wieder ein Thema ist, wurde mittlerweile sogar die Rechtsprechung so geändert, dass bei getrennt lebenden Eltern ein Elternteil mithilfe des Familiengerichts eine Impfung der gemeinsamen Kinder gegen den Willen des anderen Elternteils durchsetzen kann. In Italien besteht nach einer Masern-Epidemie mittlerweile eine Impfpflicht. Die Wichtigkeit von Impfungen ist also nicht zu unterschätzen.

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